SPÄTE AUFHOLJAGD GENÜGT NICHT GEGEN STARKE BAYERN

Die FIT/One Würzburg Baskets haben im Heimspiel des 26. easyCredit BBL-Spieltags gegen Spitzenreiter FC Bayern München eine 75:81-Niederlage hinnehmen müssen. In der mit 3140 Zuschauenden restlos ausverkauften Turnhölle zeigte der Favorit in der ersten Halbzeit eine konzentrierte Leistung an beiden Enden des Feldes und setzte sich noch vor dem Seitenwechsel deutlich ab. Im dritten Viertel konnten die Münchner ihren Vorsprung auf 26 Zähler ausbauen (30:56), ehe die Baskets ihr Kämpferherz auspackten und den Abstand in den verbleibenden knapp 18 Spielminuten noch deutlich verringern konnten. Sie gewannen die zweite Halbzeit mit 46:30, konnten den hohen Rückstand damit aber nicht mehr wettmachen.

„Wir sind nicht gut gestartet. Bayern hat eine starke Mannschaft und unsere Fehler bestraft“, sagte Owen Klassen hinterher live bei Dyn. Topscorer der Partie war Aubrey Dawkins mit 19 Punkten, auf Würzburger Seite trafen außerdem Davion Mintz (13), Jhivvan Jackson (12) und Mike Lewis II (10) zweistellig. Die FIT/One Würzburg Baskets bleiben trotz der Niederlage auf dem neunten Tabellenplatz, weiter geht es am kommenden Samstag um 18:30 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei Schlusslicht BG Göttingen. Gegner im nächsten Heimspiel am 14. April um 20 Uhr ist der Tabellenzweite ratiopharm ulm.

Bayerntrainer Gordon Herbert, der vor 25 Jahren auch schon mal eine Saison in Würzburg als Bundesliga-Headcoach an der Seitenlinie stand, lobte nach dem Spiel die „exzellente Einstellung“ seiner Spieler, nachdem die Gäste aus München sich im Vorfeld wenig glücklich über die Spielansetzung am Samstagabend kurz nach einem Doppelspieltag in der EuroLeague gezeigt hatten.

Herbert schonte seinen Topscorer Carsen Edwards und Center Darko Brankovic und setzte mit Andreas Obst, Johannes Voigtmann, Niels Giffey und Justus Hollatz alle vier Weltmeister in seinem Kader ein. Top-Verteidiger Nick Weiler-Babb kümmerte sich wie erwartet um Jhivvan Jackson und traf den ersten von insgesamt vier Münchner Dreiern in der Anfangsphase: Weiler-Babb, Ivan Karchenkov, Vladimir Lucic und Andi Obst trafen von außen und zwangen Baskets-Cheftrainer Sasa Filipovski nach dreieinhalb Minuten beim Stand von 5:13 zu seiner ersten Auszeit.

Im Anschluss kamen seine Schützlinge offensiv besser ins Spiel, konnten einen 19:28-Rückstand nach dem ersten Viertel aber nicht verhindern. Vor allem Karchenkov, der im vergangenen Sommer zusammen mit Hannes Steinbach die U18-Europameisterschaft gewonnen hatte, drückte der Partie mit elf Punkten in den ersten zehn Minuten seinen Stempel auf. Am Ende hatten die deutschen Spieler 73 der 81 Gäste-Punkte erzielt und die Münchner innerhalb der Dreipunktelinie 76 Prozent ihrer Wurfversuche im Würzburger Korb untergebracht.

Im zweiten Viertel waren es sieben Treffer bei acht Versuchen, während die Baskets auf dem Weg zum Korb immer wieder in der Bayern-Verteidigung hängen blieben und auch von draußen nicht gut trafen (17 Prozent Dreierquote in der ersten Halbzeit). So konnten sich die Münchner bis zum Seitenwechsel auf 29:51 und nach einem konzentrierten Start ins dritte Viertel vorentscheidend auf 30:56 absetzen.

„München ist an diese ‚March Madness‘ mit vielen Spielen gewöhnt, meine Mannschaft nicht. Wegen unserer Müdigkeit hatten wir in der ersten Halbzeit nicht die nötige Konzentration. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Einstellung geändert, besser gespielt und den Ball besser bewegt“, sagte Headcoach Sasa Filipovski. Bis zum Ende des dritten Viertels konnte sein Team den hohen Rückstand um neun Zähler reduzieren (48:65).

Und weil im Schlussabschnitt endlich auch die Würzburger Dreier fielen (sieben Treffer bei zehn Versuchen), wurde der Abstand am Ende deutlich kleiner. Aubrey Dawkins traf vier Dreier und erzielte 16 Punkte im vierten Viertel, durch einen 11:2-Lauf in der Schlussphase konnten die Baskets sogar die zweistellige Niederlage der Saison noch erfolgreich verhindern.
 


FIT/One Würzburg Baskets - FC Bayern München Basketball 75:81
(19:28, 10:23, 19:14, 27:16)


Für Würzburg spielten:
Aubrey Dawkins 19 Punkte/4 Dreier (3 Steals), Davion Mintz 13/2 (3 Steals), Jhivvan Jackson 12/2 (5 Assists), Mike Lewis II 11/3, Hannes Steinbach 6 (7 Rebounds), Zac Seljaas 5 (9 Rebounds/4 Steals), Max Ugrai 4, Lukas Wank 3, Owen Klassen 2 (10 Rebounds), Bazoumana Koné.

Top-Performer München:
Niels Giffey 17/1, Ivan Karchenkov 15/1, Elias Harris 12, Johannes Voigtmann 10 (7 Rebounds/3 Blocks) Nick Weiler-Babb 3/1 (6 Assists/3 Steals).


Key Stats:
Zweierquote: Würzburg 40 Prozent - München 76 Prozent
Punkte in der Zone: Würzburg 26 - München 38
Assists: Würzburg 13 - München 19


Stimmen zum Spiel

Owen Klassen, FIT/One Würzburg Baskets:
„Wir sind nicht gut gestartet. Bayern hat physischer gespielt und hat offensichtlich eine sehr starke Mannschaft, sie haben unsere Fehler bestraft. Unser Coach hat uns dann in der Halbzeitpause ziemlich zusammengefaltet, das hat uns das nötige Feuer gegeben. Gegen ein Team wie Bayern München müssen wir aber 40 Minuten so spielen. Wir haben nicht aufgegeben und den Rückstand teilweise aufgeholt. Daran sieht man, dass wir mithalten können, wenn wir physisch spielen und unser Bestes geben.“

Sasa Filipovski, Headcoach FIT/One Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an Bayern zum Sieg. Sie sind an diese ‚March Madness‘ mit vielen Spielen gewöhnt, meine Mannschaft nicht. Wegen unserer Müdigkeit haben wir in der ersten Halbzeit teilweise wie Zombies gespielt und hatten nicht die nötige Konzentration. Wir hatten viele schlechte Entscheidungen, Ballverluste und haben auch viele Würfe nicht getroffen. Bayern war in der ersten Halbzeit viel aggressiver. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Einstellung geändert, besser gespielt und den Ball besser bewegt. Deswegen hatten wir diese dummen Ballverluste nicht mehr. Damit haben wir es geschafft, den hohen Rückstand teilweise aufzuholen und nicht mit 20 Punkten Unterschied zu verlieren. Es ist gut, dass wir nicht aufgegeben und für unsere Fans bis zum Schluss gekämpft haben. Wir haben unser Bestes gegeben, waren aber zu müde, um heute mit einer Mannschaft wie Bayern München mithalten zu können.“

Gordon Herbert, Headcoach FC Bayern München Basketball:
„Ich denke, dass wir sehr gute erste 27 Minuten gespielt haben. Gegen Partizan vor zwei Tagen haben wir das nicht getan, heute schon. Unsere Spieler sind mit einer exzellenten Einstellung ins Spiel gegangen. Wir haben hart gespielt und in den ersten 27 Minuten gegen eine sehr gute Würzburger Mannschaft auch sehr solide verteidigt.“ 

FOTO: studiozudem.de / Viktor Meshko